2013
In-Between Things
Book
School of Observation
School of Observation
Berlin
Giacomo Santiago Rogado
In-Between ThingsTexts by Christy Wampole, english/german, 320 pp., 24,5 x 18,5cm, concept and graphic design by Amanda Haas, pub. by Studio Rogado, Berlin
In-Between ThingsTexts by Christy Wampole, english/german, 320 pp., 24,5 x 18,5cm, concept and graphic design by Amanda Haas, pub. by Studio Rogado, Berlin
2013
Confluence
Solo show
Galerie Luis Campaña
Galerie Luis Campaña
27/4/2012 – 24/8/12
Berlin
Berlin
Eine Tangente (lat. tangere = berühren) ist in der Geometrie eine Gerade, die eine gegebene Kurve in einem konkreten Punkt berührt, d.h. mit dieser genau einen Punkt gemeinsam hat. Für seine neue Werkgruppe, die er erstmalig innerhalb einer umfassenden Rauminstallation in der Galerie Luis Campaña zeigt, greift Giacomo Santiago Rogado diese mathematische Begrifflichkeit auf. Die durchnummerierten Titel „Tangent 1“, „Tangent 2“, „Tangent 3“… verweisen auf einen seriellen Ansatz des in Berlin lebenden Schweizer Künstlers, der für seine Arbeiten ein einheitliches rechteckiges Hochkantformat (220x150cm) und als Bildträger ungrundierte Leinwand oder Baumwolle wählt.
Aus dunklen Farbflächen, vorwiegend tiefen Blau-, Grau-, Schwarz- und Grüntönen, leuchten weiß schimmernde, vertikal verlaufende Linien hervor. Diese sind allein, paarweise oder nebeneinander in einer Dreier- bzw. Viererkombination zugunsten divergierender Bildrhythmen angeordnet. Ihre diagonale und nicht parallele Ausrichtung deutet – unserer mathematischen Erwartung zufolge – eine gegenseitige Berührung außerhalb des Blick- und Bildfelds an, ohne den unausweichlichen Treffpunkt direkt bestimmen zu können. Charakteristisch für die auch als Pfeile lesbaren Tangenten ist ihre fließende, ausgefranst anmutende Kontur, die in sich einen symmetrischen Farbverlauf,ausgehend von einem hellen Zentrum zu einer goldfarbigen Akzentuierung an den Enden markiert. In Ihrer Funktion als Linie zergliedern sie somit nicht nur die Gesamtfläche in einzelne Bereiche, sondern erhalten gleichermaßen ein plastisches Eigenleben. Diese spezifisch visuellen Merkmale basieren auf der künstlerischen Herangehensweise von Rogado, der für seine abstrakten Kompositionen vorwiegend Textil-, Acryl- und Metallfarben sowie Pigmente mit Salzlösung favorisiert. Im Unterschied zum additiven Verfahren des pastosen Farbauftrags in der Malerei wird hier die mit geschütteter Farbe getränkte Leinwand bzw. Baumwolle anschließend mit Bleich- und Ätzmitteln behandelt. Je dunkler die Partie, desto mehr verdrängt dieser Prozess die Farbe. Sie hinterlässt nur noch eine Spur – vergleichbar einem Kondensstreifen, der den Himmel durchzieht, Referenz auf die Flüchtigkeit eines gewesenen Moments, mit Walter Benjamins treffenden Worten: „Bild ist dasjenige, worin das Gewesene mit dem Jetzt blitzhaft zu einer Konstellation zusammentritt.“1
Seine Bilder wecken Assoziationen an amerikanische Künstler des Colorfield Painting und des abstrakten Expressionismus, wie Morris Louis, Helen Frankenthalter, Mark Rothko und Frank Stella, letzterer bezogen auf die ebenfalls in der Ausstellung vertretenen Arbeiten „Diagon 1“ und „Diagon 2“. Rogados Auseinandersetzung mit der Tradition des Tafelbilds stellt die damit verbundenen klassischen Maltechniken in Frage. In seinem Verzicht auf eine persönliche Handschrift überlässt er den Entstehungsprozess seiner Komposition primär dem Eigenverhalten des Materials, d.h. der jeweiligen Farbe, wenn sie auf den
Aus dunklen Farbflächen, vorwiegend tiefen Blau-, Grau-, Schwarz- und Grüntönen, leuchten weiß schimmernde, vertikal verlaufende Linien hervor. Diese sind allein, paarweise oder nebeneinander in einer Dreier- bzw. Viererkombination zugunsten divergierender Bildrhythmen angeordnet. Ihre diagonale und nicht parallele Ausrichtung deutet – unserer mathematischen Erwartung zufolge – eine gegenseitige Berührung außerhalb des Blick- und Bildfelds an, ohne den unausweichlichen Treffpunkt direkt bestimmen zu können. Charakteristisch für die auch als Pfeile lesbaren Tangenten ist ihre fließende, ausgefranst anmutende Kontur, die in sich einen symmetrischen Farbverlauf,ausgehend von einem hellen Zentrum zu einer goldfarbigen Akzentuierung an den Enden markiert. In Ihrer Funktion als Linie zergliedern sie somit nicht nur die Gesamtfläche in einzelne Bereiche, sondern erhalten gleichermaßen ein plastisches Eigenleben. Diese spezifisch visuellen Merkmale basieren auf der künstlerischen Herangehensweise von Rogado, der für seine abstrakten Kompositionen vorwiegend Textil-, Acryl- und Metallfarben sowie Pigmente mit Salzlösung favorisiert. Im Unterschied zum additiven Verfahren des pastosen Farbauftrags in der Malerei wird hier die mit geschütteter Farbe getränkte Leinwand bzw. Baumwolle anschließend mit Bleich- und Ätzmitteln behandelt. Je dunkler die Partie, desto mehr verdrängt dieser Prozess die Farbe. Sie hinterlässt nur noch eine Spur – vergleichbar einem Kondensstreifen, der den Himmel durchzieht, Referenz auf die Flüchtigkeit eines gewesenen Moments, mit Walter Benjamins treffenden Worten: „Bild ist dasjenige, worin das Gewesene mit dem Jetzt blitzhaft zu einer Konstellation zusammentritt.“1
Seine Bilder wecken Assoziationen an amerikanische Künstler des Colorfield Painting und des abstrakten Expressionismus, wie Morris Louis, Helen Frankenthalter, Mark Rothko und Frank Stella, letzterer bezogen auf die ebenfalls in der Ausstellung vertretenen Arbeiten „Diagon 1“ und „Diagon 2“. Rogados Auseinandersetzung mit der Tradition des Tafelbilds stellt die damit verbundenen klassischen Maltechniken in Frage. In seinem Verzicht auf eine persönliche Handschrift überlässt er den Entstehungsprozess seiner Komposition primär dem Eigenverhalten des Materials, d.h. der jeweiligen Farbe, wenn sie auf den
ungrundierten – vom Künstler allerdings in Bewegung gehaltenen – Stoff trifft und sich mit anderen Farbtönen zu überlagernden Kreisen, breiten Bahnen, Tropfen und Schlieren mischt. Die Schattierungen verstärken den Eindruck von Plastizität sowie unterschiedlicher Graduierungen einer illusionistischen Tiefenwirkung.
„Berühren“ – in der französischen Kunsttheorie seit dem 18. Jahrhundert umschrieben mit „la touche“, „toucher“ – bezeichnet den Moment der Werkgenese, in dem der Künstler dem Material seine Konzeption, Idee und Form überstülpt und den Eindruck einer stofflichen Veränderung hervorruft. Zusätzlich stimuliert die technisch-formale Berührung der Farbe mit dem Bildgrund zugunsten einer divergierenden Oberflächentextur matter und glitzernder Partien den Tastreiz des Betrachters.
Sein Blick schwankt zwischen der Ambivalenz der räumlich kaum fassbaren Hintergrundlandschaften und den sich davor erstreckenden, optisch deutlich abgrenzenden, kraftvollen Tangenten. Ähnlich der sich fließend ausbreitenden und mit dem Untergrund verschmilzenden Farbe unterliegt das Auge einer unausweichlichen Anziehung. Ausgehend von diesem zentralen Motiv der Berührung kreisen die Konzepte und Überlegungen des Künstlers um die bei der Wahrnehmung stattfindende Blickkreuzung zwischen Betrachter und Bild:
„Es geht darum, den ersten Blick möglichst lange zu verzögern. Den ersten Blick so lange zu verzögern, dass es mehr ist als nur ein Blick, sondern eine Betrachtung, eine Anschauung oder gar ein
Zustand. All dies bis hin zu einer emotionalen Berührung.“ 2
Zwar wird eine narrative Komponente abstrakten Positionen der bildenden Kunst häufig aberkannt, doch lassen sich innerhalb dieses interaktiven Dialogs durchaus erzählerische Strukturen und unterschiedliche Formen von Zeitlichkeit ablesen – Narration, hier weniger basierend auf einem aristotelischen Spannungsbogen mit Einleitung, Höhepunkt und Finale, denn vielmehr als zeitlich organisierte Handlungssequenz, die vom Werk ausgehende Impulse an den Rezipienten sendet und dadurch sein Verhalten beeinflusst. In seiner Metapsychologie des Bildes stellt Georges Didi-Huberman diesbezüglich die entscheidende Frage: „Warum blickt, wenn wir sehen, was vor uns ist, stets etwas anderes uns an, ein in, ein drinnen aufdrängend?“3 Charakteristisch für die Tangenten-Bilder Giacomo Santiago Rogados bleibt trotz initialer Antriebskraft ihre enigmatische Herkunft, die ausreichend Freiraum für eigene Gedankengänge lässt.
Urusula Ströbele
1 Walter Benjamin: Das Passagenwerk, in: Gesammelte Schriften, hg. Von Rolf Tiedemann, Frankfurt 1982, Bd.V.1., S.577
2 Giacomo Santiago Rogado, Künstlerportrait, in; Du Magazin, 2011, S.39
3 Georges Didi-Hubermann: Was wir sehen, blickt uns an. Zur Metapsychologie des Bildes, München 1999, S.12
„Berühren“ – in der französischen Kunsttheorie seit dem 18. Jahrhundert umschrieben mit „la touche“, „toucher“ – bezeichnet den Moment der Werkgenese, in dem der Künstler dem Material seine Konzeption, Idee und Form überstülpt und den Eindruck einer stofflichen Veränderung hervorruft. Zusätzlich stimuliert die technisch-formale Berührung der Farbe mit dem Bildgrund zugunsten einer divergierenden Oberflächentextur matter und glitzernder Partien den Tastreiz des Betrachters.
Sein Blick schwankt zwischen der Ambivalenz der räumlich kaum fassbaren Hintergrundlandschaften und den sich davor erstreckenden, optisch deutlich abgrenzenden, kraftvollen Tangenten. Ähnlich der sich fließend ausbreitenden und mit dem Untergrund verschmilzenden Farbe unterliegt das Auge einer unausweichlichen Anziehung. Ausgehend von diesem zentralen Motiv der Berührung kreisen die Konzepte und Überlegungen des Künstlers um die bei der Wahrnehmung stattfindende Blickkreuzung zwischen Betrachter und Bild:
„Es geht darum, den ersten Blick möglichst lange zu verzögern. Den ersten Blick so lange zu verzögern, dass es mehr ist als nur ein Blick, sondern eine Betrachtung, eine Anschauung oder gar ein
Zustand. All dies bis hin zu einer emotionalen Berührung.“ 2
Zwar wird eine narrative Komponente abstrakten Positionen der bildenden Kunst häufig aberkannt, doch lassen sich innerhalb dieses interaktiven Dialogs durchaus erzählerische Strukturen und unterschiedliche Formen von Zeitlichkeit ablesen – Narration, hier weniger basierend auf einem aristotelischen Spannungsbogen mit Einleitung, Höhepunkt und Finale, denn vielmehr als zeitlich organisierte Handlungssequenz, die vom Werk ausgehende Impulse an den Rezipienten sendet und dadurch sein Verhalten beeinflusst. In seiner Metapsychologie des Bildes stellt Georges Didi-Huberman diesbezüglich die entscheidende Frage: „Warum blickt, wenn wir sehen, was vor uns ist, stets etwas anderes uns an, ein in, ein drinnen aufdrängend?“3 Charakteristisch für die Tangenten-Bilder Giacomo Santiago Rogados bleibt trotz initialer Antriebskraft ihre enigmatische Herkunft, die ausreichend Freiraum für eigene Gedankengänge lässt.
Urusula Ströbele
1 Walter Benjamin: Das Passagenwerk, in: Gesammelte Schriften, hg. Von Rolf Tiedemann, Frankfurt 1982, Bd.V.1., S.577
2 Giacomo Santiago Rogado, Künstlerportrait, in; Du Magazin, 2011, S.39
3 Georges Didi-Hubermann: Was wir sehen, blickt uns an. Zur Metapsychologie des Bildes, München 1999, S.12
2013
Focal Point
Solo show
Bellpark Museum
Bellpark Museum
23/11/13 – 12/3/14
Kriens
Kriens
With his latest works, Giacomo Santiago Rogado pushes his conceptual painting into states of crisis. The seemingly given elements of the image—support and layer of paint—are broken open through expressive gestures and deconstructed into their components, in order to generate new images from this very process. He removes the canvas from its stretcher, dyes it, sprinkles pigment directly onto the linen, or alters its coloration through the use of bleach. In these new works, Rogado clearly allows the uncontrollable to unfold, confronting it with the constructive conceptual approach that has characterized his practice until now. His current works are momentary images emerging from these processes, engaging with the question of how the transient can be represented and perceived.
From this experience, Rogado has developed an exhibition for the Museum im Bellpark that integrates the notion of reflection into its very form of presentation. Through an installative approach, the artist makes his painting spatially perceptible. Unfinished works, found objects, sketches, and fragments all find their place within this setting. Rogado also includes experimental series showing different stages of his paintings’ development, exemplifying the process of how his works come into being.
From this experience, Rogado has developed an exhibition for the Museum im Bellpark that integrates the notion of reflection into its very form of presentation. Through an installative approach, the artist makes his painting spatially perceptible. Unfinished works, found objects, sketches, and fragments all find their place within this setting. Rogado also includes experimental series showing different stages of his paintings’ development, exemplifying the process of how his works come into being.
The artist thus adopts a reflective approach to his own practice and painterly strategies, opening up a space of reflection on painting itself, within whose tradition he situates his work. The exhibition is accompanied and expanded by an artist’s book, which continues the engagement with process beyond the exhibition. Created in close collaboration with graphic designer Amanda Haas, the book extends Rogado’s experimental exploration of painting and its specific means. Conceived as a kind of “research report,” the publication offers insight into the genesis of the works, while also revealing an iconographic network of references and models that are important to the artist. In doing so, Rogado also discloses the subtext that underlies and supports his entire artistic practice.
Hilar Stadler
Hilar Stadler
2013/14
Focal Point
Solo show
Bellpark Museum
Bellpark Museum
23/11/13 – 12/3/14
Kriens
Kriens
Tiefenschichten der Malerei
Mit seinen neuesten Arbeiten führt Giacomo Santiago Rogado seine konzeptuelle Malerei in Krisenzustände. Das vermeintlich Gegebene von Bildträger und Farbschicht wird in einer expressiven Geste aufgebrochen und in seine Bestandteile zerlegt, um aus dieser Erfahrung wiederum neue Bilder zu gewinnen. Er spannt die Leinwand vom Keilrahmen ab, färbt sie ein, bestreut das Leinen direkt mit Pigmenten oder verändert durch den Einsatz von Bleichmittel wiederum den Farbausdruck. Offensichtlich lässt er in seinen neuen Arbeiten das Unkontrollierbare gewähren und konfrontiert es mit dem konstruktiv Konzeptuellen, das sein Schaffen bisher prägte. Seine aktuellen Arbeiten sind aus diesen Prozessen gewonnene Momentdarstellungen, welche die Frage nach dem Abbild des Flüchtigen aufnehmen und thematisieren.
Aus dieser Erfahrung erarbeitet Rogado eine Ausstellung für das Museum im Bellpark, welche den Aspekt der Reflektion in die Form der Präsentation integriert. Durch eine installative Setzung macht der Künstler seine Malerei gleichsam räumlich erfahrbar. Unfertige Arbeiten, Fundstücke, Skizzen und Fragmentarisches
Mit seinen neuesten Arbeiten führt Giacomo Santiago Rogado seine konzeptuelle Malerei in Krisenzustände. Das vermeintlich Gegebene von Bildträger und Farbschicht wird in einer expressiven Geste aufgebrochen und in seine Bestandteile zerlegt, um aus dieser Erfahrung wiederum neue Bilder zu gewinnen. Er spannt die Leinwand vom Keilrahmen ab, färbt sie ein, bestreut das Leinen direkt mit Pigmenten oder verändert durch den Einsatz von Bleichmittel wiederum den Farbausdruck. Offensichtlich lässt er in seinen neuen Arbeiten das Unkontrollierbare gewähren und konfrontiert es mit dem konstruktiv Konzeptuellen, das sein Schaffen bisher prägte. Seine aktuellen Arbeiten sind aus diesen Prozessen gewonnene Momentdarstellungen, welche die Frage nach dem Abbild des Flüchtigen aufnehmen und thematisieren.
Aus dieser Erfahrung erarbeitet Rogado eine Ausstellung für das Museum im Bellpark, welche den Aspekt der Reflektion in die Form der Präsentation integriert. Durch eine installative Setzung macht der Künstler seine Malerei gleichsam räumlich erfahrbar. Unfertige Arbeiten, Fundstücke, Skizzen und Fragmentarisches
finden in diesem Setting ihren Platz. Auch fügt Rogado Versuchsreihen unterschiedlicher Werkzustände ein, die exemplarisch die Bildwerdung seiner Malerei darlegen.
Der Künstler wählt also einen reflektierenden Zugang zum eigenen Schaffen und seinen malerischen Strategien und eröffnet dadurch einen Reflektionsraum der Malerei, in deren Tradition er sich mit seinem malerischen Werk einschreibt.
Die Ausstellung wird begleitet und ergänzt von einem Künstlerbuch, das die Auseinandersetzung mit dem Prozesshaften aufnimmt und über die Ausstellung hinaus weiterführt. Es ist in enger Zusammenarbeit des Künstlers mit der Graphik-Designerin Amanda Haas entstanden. Das Buch schreibt die experimentelle Beschäftigung mit dem Medium der Malerei und deren spezifischen Mitteln fort. Die Publikation ist angelegt als eine Art „Forschungsbericht“, der Einblicke gewährt in den Entstehungsprozess dieses Werks. Gleichzeitig eröffnet der Künstler Einsichten in ein ikonographisches Bezugssystem und verweist auf (Vor)-Bilder, welche ihm als Künstler wichtig sind. Der Künstler legt somit auch den Subtext offen, der seinem Schaffen das Fundament gibt.
Hilar Stadler
Der Künstler wählt also einen reflektierenden Zugang zum eigenen Schaffen und seinen malerischen Strategien und eröffnet dadurch einen Reflektionsraum der Malerei, in deren Tradition er sich mit seinem malerischen Werk einschreibt.
Die Ausstellung wird begleitet und ergänzt von einem Künstlerbuch, das die Auseinandersetzung mit dem Prozesshaften aufnimmt und über die Ausstellung hinaus weiterführt. Es ist in enger Zusammenarbeit des Künstlers mit der Graphik-Designerin Amanda Haas entstanden. Das Buch schreibt die experimentelle Beschäftigung mit dem Medium der Malerei und deren spezifischen Mitteln fort. Die Publikation ist angelegt als eine Art „Forschungsbericht“, der Einblicke gewährt in den Entstehungsprozess dieses Werks. Gleichzeitig eröffnet der Künstler Einsichten in ein ikonographisches Bezugssystem und verweist auf (Vor)-Bilder, welche ihm als Künstler wichtig sind. Der Künstler legt somit auch den Subtext offen, der seinem Schaffen das Fundament gibt.
Hilar Stadler